Allgemeine Fragen

Was sind die Voraussetzungen der Ausbildung Klinischer Psychologie und/oder Gesundheitspsychologie?

Laut Psychologengesetz § 7 (1):

Die postgraduelle Ausbildung in Gesundheitspsychologie oder in Klinischer Psychologie darf nur beginnen wer,
1. die Bezeichnung „Psychologin“ oder „Psychologe“ gemäß § 4 Abs. 1 bis 3 führen darf, und

2. im Rahmen eines Studiums der Psychologie gemäß § 4 nachweislich Kenntnisse und Fertigkeiten im Bereich der empirisch-wissenschaftlichen Psychologie im Ausmaß von zumindest 180 ECTS Anrechnungspunkten erworben hat und über die allgemeinen psychologischen Grundlagen, wie psychologische Modelle, Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens, psychologische Basisfertigkeiten hinausgehend, jedenfalls nachweislich folgende Studieninhalte, einschließlich des Nachweises praktischer Anwendung im Rahmen von Übungen oder Praktika, im Ausmaß von zumindest 75 ECTS Anrechnungspunkten absolviert und entsprechende Kompetenzen zu möglichst gleichen Anteilen in:
a) Psychopathologie, Psychopharmakologie, Psychiatrie und Neurologie,
b) psychologischer Diagnostik mit besonderem Bezug auf gesundheitsbezogenes Erleben und Verhalten und auf psychische Störungen einschließlich Übungen,
c) Methoden und Anwendungsbereiche im Bereich der Gesundheitsförderung, der Krankheitsprävention und der Rehabilitation,
d) psychologischen Interventionen im Bereich der Gesundheitspsychologie und der Klinischen Psychologie einschließlich Übungen
erworben hat und

3. der Ausbildungseinrichtung gemäß § 9 die physische Eignung auf Grundlage eines allgemeinärztlichen Zeugnisses, die psychische Eignung auf Grundlage eines klinisch-psychologischen oder eines fachärztlich psychiatrischen Gutachtens sowie die persönliche Eignung im Rahmen eines Aufnahmegesprächs mit Vertretern der Ausbildungseinrichtung gemäß § 9 nachgewiesen hat.
(2) Einen Ausschlussgrund für die postgraduelle Ausbildung stellen insbesondere offenkundige Mängel der somatischen oder psychischen Eignung oder der Vertrauenswürdigkeit dar, die eine verlässliche Erfüllung der Ausbildungs- und künftigen Berufspflichten nicht erwarten lassen.

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Kann ich die Ausbildung machen, wenn der Schwerpunkt auf der Universität ein anderer war?

Laut Universität Wien:

Das bedeutet, dass nach einem Bachelor- und Masterstudium Psychologie an der Univ. Wien – unabhängig von der inhaltlichen Schwerpunktsetzung im Rahmen des Masterstudiums – davon ausgegangen werden kann, dass die Voraussetzung der 75 einschlägigen ECTS (nach PG, § 7) als erfüllt zu betrachten ist.

https://ssc-psychologie.univie.ac.at/studium/postg...

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Wie sind die Übergangsbestimmungen vom PG 1990 zum PG 2013?

Personen, die vor dem 1. Juli 2014 nachweislich mit der Ausbildung in Klinischer und/oder Gesundheits-Psychologie begonnen haben (den Nachweis haben die Ausbildungseinrichtungen durch Übermittlung von Listen an das BMG zu führen), können die Ausbildung noch nach den Regelungen des PG 1990 fertig machen, sofern die theoretische Ausbildung innerhalb von zwei Jahren (d.h. bis zum 30. Juni 2016) und die praktische Ausbildung innerhalb von fünf Jahren (also bis zum 30. Juni 2019) abgeschlossen wird. Ein Umstieg auf „Ausbildung neu“ ist unter Anrechnung bisher erworbener Ausbildungsschritte jederzeit möglich, mit Ablauf der Übergangsfristen jedoch zwingend. Die Anrechnung bisheriger Ausbildungsschritte erfolgt nach Kriterien der „Gleichwertigkeit“, die durch den neuen Psychologenbeirat noch zu definieren sein werden.

Personen, die vor dem 1. Juli 2014 entweder als Klinische oder Gesundheits-PsychologInnen eingetragen waren und danach eine Erweiterung ihrer Berufsberechtigung um die jeweils andere anstreben, müssen die erfolgreiche Absolvierung des betreffenden Aufbaumoduls und der entsprechenden praktischen Erfahrung in angemessenen Umfang nachweisen. Auch hier wird es entsprechende detaillierte Durchführungsverordnungen geben. Ähnliches gilt für den Erwerb der Berechtigung zur Führung von Zusatzbezeichnungen im Rahmen der Spezialisierungen.

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Was ist mit "Spezialisierung" gemeint?

Das PG 2013 ermöglicht über den Erwerb der Berufsberechtigungen in den Bereichen der Klinischen Psychologie und Gesundheitspsychologie hinaus Spezialisierungen im Hinblick auf spezielle Einsatzfelder oder Zielgruppen, sofern die hierfür notwendigen Kenntnisse und Kompetenzen im Rahmen von zumindest 120 Einheiten einschlägiger wissenschaftlich fundierter Fortbildung und entsprechender praktischer Erfahrung nachgewiesen werden.

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