Allgemeine Fragen

Was darf ein Psychologie nach dem Studium machen?

Der Universitätsabschluss bewirkt für sich genommen (wie bei anderen Studien auch) keine Berufsberechtigung, d.h. AbsolventInnen können ein Dienstverhältnis eingehen und dort alle jene Dinge tun, die nicht vom Berufsvorbehalt für Klinische Psychologen und Gesundheitspsychologen sowie vom Tätigkeitsvorbehalt für Klinische Psychologen umfasst sind. Das könnte z.B. die Mitarbeit in einer Personalabteilung oder bei einem Meinungsforschungsinstitut sein.
Im Angestelltenverhältnis wäre also der Vorbehaltsbereich des Psychologengesetz 2013 zu beachten. Für eine selbstständige Tätigkeit bedarf es hier entweder einer Eintragung in die Liste der Klinischen oder Gesundheitspsychologen für den Gesundheitsbereich oder der Erlangung einer Gewerbeberechtigung (LSB oder Unternehmensberatung, etc.) für die Arbeit mit Gesunden (z.B. Paarberatung oder Betriebsberatung).


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Wie sind die Übergangsbestimmungen vom PG 1990 zum PG 2013?

Personen, die vor dem 1. Juli 2014 nachweislich mit der Ausbildung in Klinischer und/oder Gesundheits-Psychologie begonnen haben (den Nachweis haben die Ausbildungseinrichtungen durch Übermittlung von Listen an das BMG zu führen), können die Ausbildung noch nach den Regelungen des PG 1990 fertig machen, sofern die theoretische Ausbildung innerhalb von zwei Jahren (d.h. bis zum 30. Juni 2016) und die praktische Ausbildung innerhalb von fünf Jahren (also bis zum 30. Juni 2019) abgeschlossen wird. Ein Umstieg auf „Ausbildung neu“ ist unter Anrechnung bisher erworbener Ausbildungsschritte jederzeit möglich, mit Ablauf der Übergangsfristen jedoch zwingend. Die Anrechnung bisheriger Ausbildungsschritte erfolgt nach Kriterien der „Gleichwertigkeit“, die durch den neuen Psychologenbeirat noch zu definieren sein werden.

Personen, die vor dem 1. Juli 2014 entweder als Klinische oder Gesundheits-PsychologInnen eingetragen waren und danach eine Erweiterung ihrer Berufsberechtigung um die jeweils andere anstreben, müssen die erfolgreiche Absolvierung des betreffenden Aufbaumoduls und der entsprechenden praktischen Erfahrung in angemessenen Umfang nachweisen. Auch hier wird es entsprechende detaillierte Durchführungsverordnungen geben. Ähnliches gilt für den Erwerb der Berechtigung zur Führung von Zusatzbezeichnungen im Rahmen der Spezialisierungen.

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Was sind die Voraussetzungen zur Ausbildung in Klinischer Psychologie oder Gesundheitspsychologie?

Laut Psychologengesetz § 7 (1):

Die postgraduelle Ausbildung in Gesundheitspsychologie oder in Klinischer Psychologie darf nur beginnen wer,
1. die Bezeichnung „Psychologin“ oder „Psychologe“ gemäß § 4 Abs. 1 bis 3 führen darf, und

2. im Rahmen eines Studiums der Psychologie gemäß § 4 nachweislich Kenntnisse und Fertigkeiten im Bereich der empirisch-wissenschaftlichen Psychologie im Ausmaß von zumindest 180 ECTS Anrechnungspunkten erworben hat und über die allgemeinen psychologischen Grundlagen, wie psychologische Modelle, Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens, psychologische Basisfertigkeiten hinausgehend, jedenfalls nachweislich folgende Studieninhalte, einschließlich des Nachweises praktischer Anwendung im Rahmen von Übungen oder Praktika, im Ausmaß von zumindest 75 ECTS Anrechnungspunkten absolviert und entsprechende Kompetenzen zu möglichst gleichen Anteilen in:
a) Psychopathologie, Psychopharmakologie, Psychiatrie und Neurologie,
b) psychologischer Diagnostik mit besonderem Bezug auf gesundheitsbezogenes Erleben und Verhalten und auf psychische Störungen einschließlich Übungen,
c) Methoden und Anwendungsbereiche im Bereich der Gesundheitsförderung, der Krankheitsprävention und der Rehabilitation,
d) psychologischen Interventionen im Bereich der Gesundheitspsychologie und der Klinischen Psychologie einschließlich Übungen
erworben hat und

3. der Ausbildungseinrichtung gemäß § 9 die physische Eignung auf Grundlage eines allgemeinärztlichen Zeugnisses, die psychische Eignung auf Grundlage eines klinisch-psychologischen oder eines fachärztlich psychiatrischen Gutachtens sowie die persönliche Eignung im Rahmen eines Aufnahmegesprächs mit Vertretern der Ausbildungseinrichtung gemäß § 9 nachgewiesen hat.
(2) Einen Ausschlussgrund für die postgraduelle Ausbildung stellen insbesondere offenkundige Mängel der somatischen oder psychischen Eignung oder der Vertrauenswürdigkeit dar, die eine verlässliche Erfüllung der Ausbildungs- und künftigen Berufspflichten nicht erwarten lassen.

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Welche Vorteile bringt der Titel "Klinischer Psychologe"?

Die Klinische Psychologie ist ein Teilgebiet der Psychologie. Sie bedient sich klinisch-psychologischer Mittel auf Grundlage der psychologischen Wissenschaft.

Die Klinische Psychologie umfasst

  • die Untersuchung, Auslegung und Prognose des menschlichen Erlebens und die gesundheitsbezogenen und störungsbedingten Einflüsse darauf sowie
  • die klinisch-psychologische Behandlung von Verhaltensstörungen, psychischen Veränderungen und Leidenszuständen.

Insbesondere beschäftigt sie sich mit

  • psychischen Störungen und psychisch bedingten somatischen Störungen
  • Menschen in psychischen Extremsituationen
  • psychischen Folgen akuter Belastungen
  • Entwicklungskrisen und psychischen Krisen
  • krankheitswertigen Zustandsbildern

Die genannten Tätigkeiten werden eigenverantwortlich ausgeführt, unabhängig davon, ob sie freiberuflich oder im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses erfolgen.

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Welche Vorteile bringt der Titel "Gesundheitspsychologe"?

Die Gesundheitspsychologie ist ein Teilgebiet der Psychologie. Sie umfasst unter Einsatz gesundheitspsychologischer Mittel, Aufgaben zur Entwicklung gesundheitsfördernder Maßnahmen und Projekte.

Sie hängen zusammen mit

  • der Förderung und Erhaltung von Gesundheit,
  • den verschiedenen Aspekten gesundheitsbezogenen Verhaltens einzelner Personen und Gruppen,
  • allen Maßnahmen, die der Verbesserung der Rahmenbedingungen von Gesundheitsförderung und Krankheitsverhütung sowie
  • der Verbesserung des Systems gesundheitlicher Versorgung dienen.

Sie beschäftigt sich insbesondere mit

  • gesundheitspsychologischen Maßnahmen im Bereich der Schmerzbewältigung,
  • Gesundheitsförderung, etwa in Schulen,
  • gesundheitsfördernden Maßnahmen im Alter,
  • weiteren gesundheitspsychologischen Bereichen, wie der Arbeit an Erziehungsfragen, gesundheitspsychologischen Aspekten in der Gynäkologie, der Vorsorge im Bereich des Nikotin-, Alkohol- und Drogengebrauches, dem Arbeitsumfeld, der Unterstützung in der Haftentlassenen- und Bewährungshilfe,
  • gesundheitspsychologischer Rehabilitation zur Erhaltung oder Wiederherstellung der physischen, psychischen, sozialen, beruflichen und wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Kranken und Behinderten.

Die genannten Tätigkeiten werden eigenverantwortlich ausgeführt, unabhängig davon, ob sie freiberuflich oder im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses erfolgen.

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Gibt es Möglichkeiten der Bildungsförderung?

Informationen für Arbeitnehmer finden Sie hier: https://www.psychologieakademie.at/service/bildung...

Informationen für Unternehmen finden Sie hier: https://www.psychologieakademie.at/service/bildung...


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Was ist mit "Spezialisierungen" gemeint?

Das PG 2013 ermöglicht über den Erwerb der Berufsberechtigungen in den Bereichen der Klinischen Psychologie und Gesundheitspsychologie hinaus Spezialisierungen im Hinblick auf spezielle Einsatzfelder oder Zielgruppen, sofern die hierfür notwendigen Kenntnisse und Kompetenzen im Rahmen von zumindest 120 Einheiten einschlägiger wissenschaftlich fundierter Fortbildung und entsprechender praktischer Erfahrung nachgewiesen werden.

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Kann ich die Ausbildung machen, wenn mein Schwerpunkt auf der Uni Wien ein anderer war?

Laut der Uni Wien:

Das bedeutet, dass nach einem Bachelor- und Masterstudium Psychologie an der Univ. Wien – unabhängig von der inhaltlichen Schwerpunktsetzung im Rahmen des Masterstudiums – davon ausgegangen werden kann, dass die Voraussetzung der 75 einschlägigen ECTS (nach PG, § 7) als erfüllt zu betrachten ist.

https://ssc-psychologie.univie.ac.at/studium/postg...

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Ich habe einen Bachelor in einem anderen Fach und einen Master in Psychologie absolviert. Werde ich als Psychologin anerkannt?

Gemäß Psychologengesetz 2013 § 4. (1) ist zur Führung der Bezeichnung „Psychologin“ oder „Psychologe“berechtigt, wer an einer anerkannten inländischen postsekundären Bildungseinrichtung oder anerkannten postsekundären Bildungseinrichtung eines anderen Mitgliedstaates der EU oder einer sonstigen Vertragspartei des EWR-Abkommens oder der Schweizerischen Eidgenossenschaft das Studium der Psychologie mit einem Gesamtausmaß von mindestens 300 ECTS Anrechnungspunkten erfolgreich absolviert hat.

Es liegen jedoch keine 300 ECTS im Studium der Psychologie vor. Somit kann in Österreich der Titel "Psychologin/Psychologe" nicht geführt werden. Damit ist auch eine Ausbildung zur Klinischen Psychologin/zum Klinischen Psychologen nicht möglich.

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