Fragen zu Anrechnungen

Können theoretische Inhalte angerechnet werden?

Grundsätzlich können aus Studien und Ausbildungszeiten insgesamt max. 100 Einheiten angerechnet werden. Die gesetzlichen Anrechnungsrichtlinien sehen vor, dass max. bis zu einem Drittel des Einheitenausmaßes jedes Grundmoduls oder Aufbaumoduls angerechnet werden kann, das sind max. 73 Einheiten im Grundmodul und jeweils max. 40 Einheiten in den Aufbaumodulen. Es gilt jedoch immer die Gleichwertigkeit zu prüfen. Gleichwertigkeit wird definiert als Gleichwertigkeit des Inhalts, zeitlichen Umfangs, vergleichbare Qualifikation der Lehrenden und gleiche Zielorientierung.

Anrechnungen können sich grundsätzlich nur

- auf solche, bei Beginn des Curriculums bereits absolvierte Seminare beziehen,

- müssen vor Beginn des Grundmoduls erfolgen und

- müssen inhaltlich gleichwertig sein.

Anrechnungen müssen zu Beginn der Ausbildung beantrag werden und werden dann indivudell geprüft.

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Können theoretische Inhalte aus der Psychotherapieausbildung angerechnet werden?

Bezüglich der Ausbildung Klinische und/oder Gesundheitspsychologie können einzelne Theoriemodule angerechnet werden, wenn Sie vom zeitlichen Umfang, vom Inhalt, von der Qualifikation des Lehrenden und von der Zielorientierung her gleichwertig sind.

Aus dem Propädeutikum können oftmals die Bereiche Ethik, Rechtliche Rahmenbedinungen und Erste Hilfe angerechnet werden, sofern diese bereits absolviert wurden.

Anrechnungen müssen zu Beginn der Ausbildung beantrag und indivudell geprüft werden.

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Kann Selbsterfahrung angerechnet werden?

Die Anrechnung von Selbsterfahrungseinheiten ist grundsätzlich möglich, wenn sie nicht länger als 5 Jahre zurückliegen. Aufgrund des Anspruchs der Gleichwertigkeit sind bei länger als 5 Jahre zurückliegenden Zeiten auch aktuellere Selbsterfahrungseinheiten nachzuweisen, sodass eine Anrechnung bis max. 10 Jahre zurückliegend erfolgen kann. Absolvierte Selbsterfahrungen im Rahmen der Psychotherapieausbildung (Propädeutikum und/oder Fachspezifikum) sind somit anrechenbar, wenn sie dieser Bedingung entsprechen. Als Stichtag gilt das Datum der Aufnahme in den Lehrgang.

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Kann Selbsterfahrung aus dem Ausland angerechnet werden?

Eine Anrechnung von Selbsterfahrung im Ausland ist dann möglich, wenn die Person, die die Selbsterfahrung leitet, als reglementierter Beruf im Sinne der Berufsqualifikationsrichtlinie 2005/36/EG als Psychotherapeutin/Psychotherapeut, Klinische Psychologin/Klinischer Psychologe, Gesundheitspsychologin/Gesundheitspsychologe oder Fachärztin/Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin registriert ist und die Voraussetzungen gemäß § 15 Abs. 3 bzw. § 24 Abs. 3 PG 2013 entsprechend erfüllt.

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Kann Supervision angerechnet werden, wenn ein psychologischer Lehrgang bereits absolviert wurde?

Für den Fall, dass eine Person sowohl die Ausbildung in Klinischer Psychologie wie auch in Gesundheitspsychologie absolviert, kann Supervision von einer Ausbildung zur anderen angerechnet werden, wenn die Supervision einen überschneidenden Bereich betrifft (z. B. Planung von Maßnahmen der Gesundheitsförderung im klinischen Bereich). Bei dieser Anrechnung gibt es kein fixes Ausmaß an Einheiten; die Anrechnung erfolgt auf Basis einer individuellen Prüfung.

Die Fallsupervision darf nur von Klinischen PsychologInnen bzw. GesundheitspsychologInnen mit zumindest fünfjähriger einschlägiger Berufserfahrung und aufrechter Berufsberechtigung durchgeführt werden. Eine Personenidentität mit jenen Berufsangehörigen gemäß Abs. 1 Z 1 ist im Ausmaß von 50 Einheiten und gemäß Abs. 3 zur Gänze nicht zulässig.

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Kann Supervision aus dem Ausland angerechnet werden?

Supervisorin/der Supervisor 5 Jahre klinisch psychologische bzw. gesundheitspsychologische Erfahrung nachweisen kann (Vorlage eines tabellarischen Lebenslaufes).

Es muss eine inhaltliche Überprüfung der Qualifikation der Person stattfinden, die die Gleichwertigkeit gewährleistet.

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Können Praktika für die Ausbildung angerechnet werden?

Tätigkeiten bzw. Praktika zur Orientierung oder zur Abklärung der beruflichen Möglichkeiten unter dem Aspekt „Berufsvorbereitung“, „Arbeitstraining“ bzw. „spezifische Projekte“ (z.B. Forschung, Gesundheitsförderung) können im Ausmaß von bis zu 3 Monaten (bei Vollzeittätigkeit max. 500 Stunden) durch die Ausbildungseinrichtung angerechnet werden, wenn sie unmittelbar nach Studienabschluss (jeweils jedoch im Vorfeld der Ausbildung) gemacht wurden und den Fachausbildungsinhalten gleichwertig sind (entsprechend den Vorgaben des Rasterzeugnisses). Sofern ein Arbeitstraining vom AMS finanziert wird, kann ein solches bis zur Dauer von maximal 3 Monaten auch während der theoretischen Ausbildung erfolgen, da es analog einem Arbeitsverhältnis anzusehen ist.

Analog dem Arbeitstraining kann eine über das AMS (analog dem Arbeitstraining) finanzierte Bildungskarenz im Höchstausmaß bis zu drei Monaten (maximal 500 Stunden) für die Fachausbildungstätigkeit gewertet werden.

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Kann praktische Tätigkeit aus dem Ausland angerechnet werden?

Eine Anrechnung der praktisch-fachlichen Ausbildung ist möglich, wenn die anleitende Person an einer Klinik in einem vollen Anstellungsverhältnis beschäftigt ist (zentrales Kriterium). Zudem sollte sie zumindest 3 (günstig bis 5) Jahre Erfahrung in einem klinischen Setting haben.
Ansonsten gelten die gleichen Regelungen für praktische Tätigkeiten wie in Österreich.

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