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Beeinträchtigungen abbilden - Ressourcen fördern: Anwendung der ICF für Erwachsene bei psychischen Störungen

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13.07.2019 09:00-17:45

Wien
Nr. S-01-11-0099-1

9 Einheiten
€ 210,- mit BÖP-Mitgliedschaft
€ 255,- ohne BÖP-Mitgliedschaft

Ansprechperson
Tamara Akdil

Ziel

Psychische Erkrankungen gehen oftmals mit funktionalen Problemen und Einschränkungen im Bereich der Alltagsbewältigung, der sozialen Beziehungen und der Erwerbstätigkeit einher. Mit ICD-basierter Diagnostik allein lassen sich diese Beeinträchtigungen nicht abbilden. So können Patienten mit derselben F-Diagnose in unterschiedlichem Ausmaß Funktionsbeeinträchtigungen in zentralen Lebensbereichen aufweisen. Mit der "In-ternational Classification of Functioning, Disability and Health" (ICF) liegt eine standardisierte internationale Systematik zur Beschreibung von funktionaler Gesundheit und Behinderung vor.
Da die Beurteilung von Funktionsbeeinträchtigungen bei psychischen Erkrankungen eine besondere Herausforderung darstellt, wurde ergänzend das "Mini-ICF-APP" entwickelt. Dieser Fremdratingbogen ermöglicht eine Einschätzung, in welchem Ausmaß Patienten mit psychischen Erkrankungen in ihrer Fähigkeit zur Ausübung lebens- und berufsrelevanter Tätigkeiten beeinträchtigt sind.

Lehrziele
Die TeilnehmerInnen des Kurses werden in die Lage versetzt, das Konzept der ICF, die Zielsetzungen und zentralen Begriffe zu verstehen. Darüber hinaus lernen sie das Mini-ICF-APP kennen und anwenden. Ihnen wird ferner eine ICF-basierte Behandlungsplanung für PatientInnen mit psychischen Störungen nähergebracht. Anhand der ICF basierten Sprache und der Ergebnisse des Mini-ICF-APP wird vermittelt, wie eine Begründung von Arbeits(un)fähigkeit und/oder Erwerbsminderung verschriftlicht werden kann. Anhand eigener Beispiele aus der Praxis der TeilnehmerInnen werden sie mit Möglichkeiten vertraut gemacht, die ICF für die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu nutzen.

Inhalt

  • Das bio-psycho-soziale Modell der ICF
  • Grundstruktur der ICF
  • Zentrale Begriffe wie z.B.:
    • Körperfunktionen und -Strukturen - Aktivitäten - Teilhabe
    • Kontextfaktoren, wie personenbezogene oder Umweltfaktoren
    • Life Domains
  • Kennenlernen und Anwendung des Mini-ICF-APP
  • Nutzung der ICF und des Mini-ICF-APP für die Behandlungsplanung, den interdisziplinären Austausch und eine sozialmedizinische Beurteilung

Literatur

  • WHO, World Health Organization (2005). Internationale Klassifikation der Funktionsfä-higkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF). Genf: WHO
  • Schuntermann, M. F. (2018): Einführung in die ICF: Grundkurs, Übungen, offene Fragen. Ecomed-Verlag
  • Linden, M., Baron, S. & Muschalla, B. (2015). Mini-ICF-Rating für Aktivitäts- und Par-tizipationsbeeinträchtigungen bei psychischen Erkrankungen (Mini-ICF-APP). Ein Kurzinstrument zur Fremdbeurteilung von Aktivitäts- und Partizipationsbeeinträchti-gungen bei psychischen Erkrankungen in Anlehnung an die Internationale Klassifikati-on der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) der Weltgesundheitsor-ganisation (2., überarbeitete und erweiterte Aufl.). Bern: Verlag Hans Huber.
  • Linden et al.(2015): Fähigkeitsbeeinträchtigungen bei psychischen Erkrankungen, Diagnostik, Therapie und sozialmedizinische Beurteilung in Anlehnung an das Mini-ICF-APP. Bern: Verlag Hans Huber.
  • Witzmann et. al. (2015): ICF-basierte Förder- und Teilhabeplanung für psychisch kranke Menschen. Bern: Verlag Hans Huber.

Leitung

  • Dr. Anja Nielsen

Hinweis

Vorkenntnisse
Keine. Das Seminar vermittelt Grundkenntnisse

Zielgruppe
Klinische PsychologInnen, GesundheitspsychologInnen