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Vergeben und vergessen...passt nicht. Was dann? Variantenreiche Unterstützung von Menschen mit Opfergefühlen und Verbitterung (Teil 1)

Außerhalb des Buchungszeitraums, bei Interesse wenden Sie sich bitte an untenstehende Ansprechperson

Di 19.09.2023, 09:00–17:00

Wien
Nr. S-01-11-1033-3

8 Einheiten
€ 215,50 mit BÖP-Mitgliedschaft
€ 265,50 ohne BÖP-Mitgliedschaft

Ansprechperson
Tamara Akdil

Ziel

Als "Opfergefühl" wird hier die Mischung von Ungerechtigkeitserleben mit Hilflosigkeit, ohnmächtigem Zorn, Trauer, Scham, Schädigung und/oder Angst bezeichnet. Häufig ist seine Entstehungsgeschichte objektiv nachvollziehbar, in anderen Situationen wirkt es irrational oder stark selbstschädigend. Doch in beiden Fällen kann es bei Betroffenen zu physischem Hochstress und zu starker psychischer und auch sozialer Belastung führen. Es kann im Kontext von Krankheit und Traumatisierung, nach erlittenem Unrecht, zur Abwehr von eigener Schuld, als Ursache für oder antreibender Faktor in Konflikten oder bei Mobbing auftauchen. Zum Problem kann es im Kindergarten genauso werden wie im palliativen Setting, in Familien, Paarbeziehungen oder am Arbeitsplatz. Schlimmstenfalls mündet es in ausgeprägter Verbitterung.

Doch wie jedes Gefühl hat es "gute Gründe" im biologischen und im systemischen Sinn, also verständliche Ursachen und eigentlich gute Ziele. Und es gibt viele Einflussmöglichkeiten und unterschiedliche Wege, die Betroffenen heraushelfen: Neben den allseits bekannten "Wiedergutmachung bekommen" oder dem hochgradig überschätzen "Verzeihen" widmen wir uns auch originellen Loslösungsstrategien. Dadurch kann es gelingen, dass sich zum Beispiel die Schuld-Opferdiskussionen in Paarkonflikten verändern, sich starre Bitterkeit langsam auflöst oder Lebensqualität trotz erlittenem Unrecht möglich wird.

Lehrziele Teil 1 und Teil 2:

  • Psychologisches Hintergrundwissen zur Dynamik des "Opfergefühls"
  • Neue Interventionstechniken und hilfreiche Ideen, die für unterschiedliche Arbeitsbereiche und Themen anwendbar sind.
  • Verständnis der zentralen Bedeutung von Abgrenzung im Umgang mit Betroffenen und typischen Erwartungshaltungen (RechtgeberIn, RetterIn, RichterIn, Polizei) sowie nützliche Tipps dafür.
  • Nachhaltigkeit durch Handout, symbolische Verankerung und den unmittelbaren Transfer in den beruflichen Alltag.

Inhalt

Tag 1: Schwerpunkt fachlicher Input
Nach einer Beschreibung der emotionalen Logik dieses komplexen Gefühls werden psychologische Inputs zu den häufigsten Themenbereichen, wo es in problematischer Intensität auftreten kann, gegeben. Letztendlich geht es natürlich um die Frage, durch welche kreative Gesprächstechniken und Interventionen wir Betroffene dabei unterstützen können, aus der oft verheerenden, weil selbst- und fremdschädigenden Dynamik der "Opferfalle" auszusteigen. Praktische Demos und passende Übungen ergänzen den Tag.

Zielgruppen

  • PsychologInnen
  • Klinische PsychologInnen
  • GesundheitspsychologInnen
  • PsychotherapeutInnen

ReferentInnen

Feedback zum Seminar

09/2023

Hinweis

Für dieses Seminar gibt es einen 2. Teil mit Schwerpunkt Übung und Umsetzung. Seminar Teil 1 ist Voraussetzung für die Teilnahme an dem Folgeseminar Teil 2.


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