9. Internationale Fachtagung "Psychologische Diagnostik"

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 19.–20.11.2026 von 09:15 bis 15:00 Uhr | Hybrid

Die Österreichische Akademie für Psychologie | ÖAP veranstaltet gemeinsam mit dem Berufsverband Österreichischer Psycholog:innen (BÖP) vom 19.-20.11.2026 zum neunten Mal die Internationale Fachtagung "Innovativ denken - evidenzbasiert diagnostizieren". Die Tagung findet in diesem Jahr hybrid statt. Der Veranstaltungsort für die Präsenzteilnahme ist im Dachverband der österreichischen Sozialversicherung Kundmanngasse 21, 1030 Wien.

Für die gesamte Veranstaltung, 19.-20.11.2026, werden gemäß Psychologengesetz PlG 2013 14 Einheiten angerechnet.

Anmeldeschluss ist der 10.11.2026.

Zahlunghinweis: Die Rechnung erhalten Sie spätestens 10 Tage vor Stattfinden der Veranstaltung. Erst nach Erhalt der Rechnung bitten wir um Überweisung der Teilnahmegebühr.

Referent/in

Prof. Dr. Nicholas Langer, Dr. Ruth von Brachel, Bethany Brand, Dr.in Jessica Röhner uvm.

Veranstaltungsort

Dachverband der österreichischen Sozialversicherung
Kundmanngasse 21
1030 Wien

09:00–10:30

Vortrag A - Kinder: Schulangst - Schulvermeidung - Schulverweigerung

Schulangst, Schulvermeidung und Schulverweigerung stellen zentrale Herausforderungen im kinder- und jugendpsychiatrischen Kontext dar und erfordern eine präzise diagnostische Abgrenzung. Während Schulangst häufig internalisierende Prozesse wie Trennungsangst oder Leistungsängste widerspiegelt, ist Schulvermeidung oft durch emotionale Belastungen motiviert, wohingegen Schulverweigerung eher mit oppositionellem Verhalten und externalisierenden Störungen einhergeht. Der Kurzvortrag beleuchtet diagnostische Kriterien, differenzialdiagnostische Überlegungen sowie die Bedeutung komorbider Störungen wie Angststörungen, Depressionen, ADHS oder Störungen des Sozialverhaltens. Ziel ist es, ein differenziertes Verständnis dieser Phänomene zu fördern, um passgenaue Interventionen und interdisziplinäre Behandlungsansätze zu ermöglichen.

Vortrag B - Erwachsene: Differenzialdiagnostische Herausforderungen mit ADHS

Neurodivergente Entwicklungsverläufe werden im Erwachsenenalter zunehmend erkannt, stellen die psychologische Diagnostik jedoch weiterhin vor erhebliche differenzialdiagnostische Herausforderungen. Insbesondere die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zeigt im Erwachsenenalter ein heterogenes klinisches Bild und überlappt symptomatisch mit affektiven Störungen, Angststörungen, Persönlichkeitsstörungen oder Abhängigkeitserkrankungen.
Nach einer kurzen Einführung in das Konzept der Neurodivergenz im Erwachsenenalter werden im Vortrag das klinische Erscheinungsbild von ADHS sowie zentrale diagnostische Schritte in der psychologischen Diagnostik dargestellt. Ein besonderer Fokus liegt auf typischen Komorbiditäten und der differenzialdiagnostischen Abgrenzung gegenüber anderen psychischen Störungen. Dabei werden insbesondere geschlechtsspezifische Unterschiede berücksichtigt, da ADHS bei Frauen häufig weniger externalisierend auftritt und deshalb im Lebensverlauf seltener erkannt wird.
Anhand praxisnaher Fallbeispiele werden typische diagnostische Herausforderungen sowie Strategien für eine strukturierte und qualitätsgesicherte diagnostische Einordnung im klinischen Alltag diskutiert. Ziel ist es, diagnostische Entscheidungsprozesse zu unterstützen und zur Weiterentwicklung evidenzbasierter diagnostischer Praxis beizutragen.

11:00–12:30

Vortrag C - Kinder: Traumadifferentialdiagnostik bei Kindern

Der Vortrag bietet einen umfassenden Überblick über die Traumadiagnostik nach ICD-11 bei Kindern und Jugendlichen. Die diagnostischen Kriterien und Symptome von PTBS und komplexen PTBS werden erläutert und Besonderheiten bei Kindern und Jugendlichen beleuchtet. Eine Differentialdiagnose stellt vor allem im Kinder- und Jugendbereich eine große Herausforderung dar und wird im Vortrag diskutiert. Passende Erhebungsinstrumente für die diagnostische Praxis und weiterführende Behandlungsmethoden für Empfehlungen werden im Vortrag vorgestellt. Ziel des Vortrages ist ein besseres Verständnis für traumatische Störungen im Kindes-und Jugendalter zu vermitteln.

Vortrag D - Erwachsene: Diagnostische Perspektiven auf Narzissmus

In diesem Vortrag wird der Begriff Narzissmus aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet: Einerseits als ein Konstrukt der Persönlichkeitspsychologie mit teils unterschiedlichen Definitionen, andererseits als klinisch-psychologische und psychiatrische Diagnose. Hierbei reicht das Spektrum von ggf. auffälligen Persönlichkeitszügen ohne eigenen Krankheitswert bis zu schweren Persönlichkeitsstörungen mit hoher Relevanz in vielen psychologischen Arbeitsgebieten wie Psychotherapie, Psychiatrie und Forensik.
Wie in der ICD-10 wird auch in der ICD-11 Narzissmus bzw. die narzisstische Persönlichkeitsstörung keine eigene diagnostische Einheit darstellen und dennoch abbildbar bleiben. Die erforderlichen Informationen, um narzisstische Phänomene und Problematiken adäquat in der Anwendungslogik der ICD-11 erfassen zu können, werden erläutert. Ausführlicher wird in diesem Zuge auch auf die Abgrenzung zwischen grandiosem und vulnerablem Narzissmus eingegangen. Daran anknüpfend werden empirische Befunde zu verwandten und angrenzenden Konstrukten (z. B. dem Fünf-Faktoren-Modell) vorgestellt, denn dies kann im Einzelfall hohe Relevanz für die psychologische Hypothesenprüfung und psychometrische Diagnostik von Narzissmus haben. Beispielhaft werden Fallvignetten aus der gutachterlichen Praxis vorgestellt und mehrere Testverfahren sowie deren Ergebnisinterpretationen diskutiert.

13:30–15:00

Vortrag E - Kinder: Diagnostik von Tic-Störungen

Beschreibung folgt demnächst.

Vortrag F - Erwachsene: Jenseits von Alzheimer - spezifische Demenzformen

In dem Vortrag werden Demenzerkrankungen diskutiert, die nicht dem klassischen Bild der häufigsten Demenzerkrankung, der Alzheimer Demenz, entsprechen: Die "visuelle Variante" der AD, die posteriore kortikale Atrophie (PCA) und die Frontotemporale Demenz (FTD). und die als die 3. häufigste Demenzerkrankung bei den über 65j und 2. häufigste bei den unter 65j präsentiert sich in 2 Subtypen, die behaviorale Variante Form (bv FTD) und die primär progressive Aphasie (PPA) mit den 3 verschiedenen Formen der Nf-av PPA, sv PPA und lv PPA. Alle Varianten werden vorgestellt und neuropsychologische Profile verglichen.
An Hand von Fallbeispielen sollen typische kognitive Profile der Pat mit FTD gezeigt werden.
Des Weiteren werden im Vortrag die eher selten diagnostiziert AD Variante, die PCA vorgestellt. Die PCA tritt ebenfalls sehr früh zwischen dem 50.-60. LJ auf und imponiert vor allem durch visuell perzeptive bzw visuell-räumliche Defizite. Es werden im 2. des Vortrages typische klinische Symptome der PCA, hilfreiche Screeningtools und klinische Testverfahren als auch experimentelle Untersuchungsdesigns diskutiert. Fallbeispiele sollen die Theorie und Praxis der klinischen Symptome PCA verdeutlichen.

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