Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Formen von Atemtechniken: solche, die mit einer langsamen Atmung einhergehen und unter anderem zur psychophysiologischen Entspannung und Aktivierung des Vagus eingesetzt werden und solche, die mit einer schnellen Atmung einhergehen und zur allgemeinen Aktivierung bzw. zur Veränderung von Bewusstseinszuständen eingesetzt werden. Während langsame (Bauch-) Atmung wissenschaftlich gut evaluiert und schon lange in der klinisch-psychologischen Behandlung beheimatet ist, sind schnelle (hyperventilatorische) Atemtechniken (historisch "breathwork" genannt) bezüglich ihrer klinischen Wirksamkeit noch unzureichend erforscht. Im Seminar werden auf die komplexen und profunden physiologischen und pathophysiologischen Auswirkungen von Atemtechniken eingegangen sowie auf deren Einsatz in der Diagnostik und Behandlung spezifischer Indikationen wie Angststörungen und Depressionen. Zusätzlich wird auch deren Anwendung zur Förderung positiver psychischer Zustände und Prozesse wie etwa Entspannung oder positive Emotionsbewältigung gestreift. Ausgewählte Atemtechniken werden vorgestellt. Raum für Diskussion ist gegeben.
Soziale Ängste sind im Kindes- und Jugendalter weit verbreitet und haben häufig auch andere komorbide psychiatrische Störungsbilder als Folge. Wichtig ist daher die Symptome je nach Entwicklungsalter differentialdiagnostisch gut zu erkennen und einzuordnen und im Anschluss umgehend mit einer klinisch-psychologischen Behandlung mit ausgewählten Behandlungsinterventionen zu beginnen.
Die klinisch-psychologische Behandlung beinhaltet kind - und jugendzentrierte Interventionen, um Psychoedukation zu fördern, negative dysfunktionale Gedanken zu verändern, Vermeidungsverhalten abzubauen, Ressourcen zu stärken, soziale Kompetenzen im Einzel- oder Gruppensetting aufzubauen und das Selbstwertgefühl und die Selbstwirksamkeit zu verbessern.
Integrierte Eltern (bzw. Bezugspersonen) und Familieninterventionen sind für die klinisch-psychologische Behandlung sehr entscheidend, da die Familie ein wichtiges Lernumfeld darstellt und oft angstaufrechterhaltende Faktoren im System eine große Rolle spielen. Die wichtigsten Interventionen sind hierbei Psychoedukation, Abbau von dysfunktionalen Erziehungsverhalten, Förderung von Autonomie, Unterstützung als Co-Therapeuten und Verbesserung der intrafamiliären Kommunikation und Selbstfürsorge für die Eltern bzw. Bezugspersonen.