Fachspezifische Fortbildung zur/m gerichtlichen Sachverständigen für Klinische Psychologie und AWO-Psychologie

Mit der fachspezifischen Fortbildung zur/zum gerichtlichen Sachverständigen in den Bereichen „Klinische Psychologie (inkl. Suchtmittel, Traumatisierung, Neuropsychologie)“ und „Arbeitspsychologie, Organisationspsychologie“ soll eine erweiterte und vertiefte wissenschaftliche und berufliche Qualifikation für die psychologische Tätigkeit im Rechtswesen erreicht werden. Neben Grundlagenkenntnissen betreffend wichtige juristischen Konzepte sowie ethische und standesrechtliche Begriffe sollen TeilnehmerInnen insbesondere das notwendige Wissen erwerben, um gängige gerichtliche Fragestellungen fachlich kompetent beantworten zu können.

In Arbeits- und Sozialgerichtsverfahren sind die Fragestellungen der Landesgerichte oder Bezirksgerichte auf den Grad der Arbeitsfähigkeit bezogen. Es stellt sich die Frage inwieweit ein/e Kläger/in berufsunfähig, invalid oder erwerbsunfähig ist. Dabei ist ein genaues Leistungskalkül zu erstellen. In der Forensischen Psychologie betrifft die gutachterliche Tätigkeit insbesondere prognostische Fragestellungen (z.B. betreffend Lockerung des Vollzugs, bedingte Entlassung, Gefährlichkeitsprognosen). In der klinischen Psychologie betreffen Gutachtensaufträge unter anderem die psychischen Folgen von Unfällen (z.B. mit Schädelhirntrauma), Traumatisierungen oder auch Schmerzensgeldforderungen mit versicherungsrechtlicher Relevanz.

Ziel des Lehrgangs

  • Vermittlung von spezifischem Wissen für die Sachverständigentätigkeit bei Gericht in den Bereichen „Klinische Psychologie (inkl. Suchtmittel, Traumatisierung, Neuropsychologie)“ und „Arbeitspsychologie, Organisationspsychologie“.
  • Fachspezifische Vorbereitung für die kommissionelle Prüfung bei einem Landesgericht.
     

Zielgruppe

Klinische PsychologInnen, die bereits 5 Jahre in die Liste der Klinischen PsychologInnen eingetragen sind.
 

Lehrgangsleitung

  • Univ.-Prof. MMag. DDr. Salvatore Giacomuzzi
  • Univ.-Lekt. Dr. Andreas Krafack
  • Priv.-Doz. Mag. Dr. Johann Lehrner
  • Dr. Werner Sattler
  • Mag. Bruno Weidlich
     

Hinweis

Diese Fortbildung ersetzt nicht den Besuch des Seminars zum Erwerb allgemeiner juristischer Kenntnisse, veranstaltet vom Hauptverband der allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Sachverständigen. Es wird empfohlen, zumindest bei Beginn einer Sachverständigentätigkeit Supervision in Anspruch zu nehmen.

Information

Manuela Schwaiger
Telefon: 01 / 407 26 72-23
Fax: 01 / 407 26 72-30
E-Mail: schwaiger@boep.or.at


Lehrgangsdauer/ -abschluss

Der Lehrgang umfasst 8 Module (68Einheiten). Es können auch einzelne Module daraus gebucht werden.

Die Module im Überblick

  • Modul 1 | Psychologische Diagnostik und Begutachtung der Berufsunfähigkeit, Invalidität und Erwerbsunfähigkeit – Typische Fragestellungen der Arbeits- und Sozialgerichte (6 EH)
  • Modul 2 | Aggravation, Simulation, Beschwerdenvalidierung (4 EH)
  • Modul 3 | Spezielle Diagnostik in der Forensik - Risikoprognostik (16 EH)
  • Modul 4 | Aussagepsychologie (8 EH)
  • Modul 5 | Klinisch-psychologische Traumadifferentialdiagnostik (16 EH)
  • Modul 6 | Das schriftliche Gutachten (8 EH)
  • Modul 7 | Ethische Aspekte der psychologischen Sachverständigentätigkeit (6 EH)
  • Modul 8 | Wie verhalte ich mich vor Gericht? Tipps und Tricks für angehende psychologische Sachverständige (4 EH)

Teilnahmegebühr für die gesamte Fortbildungsreihe

€ 1.416,67,- + 20% USt. = € 1.700,- für BÖP-Mitglieder
€ 1.700,- + 20% USt. = € 2.040,- für Nicht-Mitglieder