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DELFIN: Das Elternprogramm für Familien von Kindern mit Diabetes

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28.11.2019 10:00-17:00
29.11.2019 09:00-14:00

Wien
Nr. S-01-15-0096-1

12 Einheiten
€ 279,- mit BÖP-Mitgliedschaft
€ 337,- ohne BÖP-Mitgliedschaft

Ansprechperson
Manuela Schwaiger

Ziel

Die Typ-1-Diabetestherapie bei einem Kind fordert dessen Eltern 24 Stunden pro Tag an 365 Tagen im Jahr. Die Insulindosierung muss kontinuierlich an die körperliche Aktivität des Kindes, dessen Ernährung, die seelische Situation, mögliche Infektionserkrankungen und diverse andere Faktoren angepasst werden, damit es weder zu einer akut bedrohlichen Hypo- noch zu einer anhaltenden Hyperglykämie kommt. Auf diese Aufgabe werden Eltern nach der Diabetesdiagnose bei ihrem Kind durch die behandelnden Diabetesteams vorbereitet. Gleichzeitig stehen die Eltern aber auch von einem auf den anderen Tag vor der Aufgabe, die anspruchsvolle Therapie mit den täglichen, alterstypischen Erziehungsaufgaben zu vereinbaren. Sie müssen die Rolle als Erziehende mit der Rolle von Therapeuten vereinbaren, während sie sich selbst noch emotional mit der Bewältigung der lebenslangen Erkrankung ihres Kindes auseinandersetzen.

Für die langfristige gesundheitliche Prognose des Kindes ist eine normale, körperliche, seelische und soziale Entwicklung unverzichtbar. Sie bildet die zentrale Voraussetzung dafür, dass es in den nächsten Dekaden verantwortungsvoll und kompetent für die Behandlung seines Diabetes eintreten kann.

Das Programm DELFIN setzt hier an. Es richtet sich an psychologische und ärztliche Mitglieder pädiatrischer Diabetesteams und andere Betreuer von Kindern mit Diabetes, die Familien bei der Bewältigung des Alltags mit einem Kind mit Diabetes unterstützen wollen.

Das Seminar beschreibt und übt praktisch die Umsetzung eines Elternkurses (Kinder im Alter von 2 - 12 Jahren) zu folgenden Themen: eine vertrauensvolle Beziehung aufbauen und trotz der Belastungen durch den Diabetes aufrecht erhalten; Regeln mit Kindern altersgemäß formulieren und umsetzen; Kinder bei der Selbstständigkeit unterstützen; konsequent handeln, um Kinder Sicherheit zu vermitteln; Lösungen für typische Konflikte im Umgang mit dem Diabetes im Alltag; Familie als Team; Diabetestherapie bei Teenagern; seelische Gesundheit und Entlastung für alle Familienmitglieder.

Inhalt

Zunächst wird ein Überblick zu den typischen Belastungen von Familien mit einem Kind mit Diabetes altersabhängig vermittelt und Bezüge zur kognitiven und sozialen Entwicklung hergestellt. Dies betrifft das Krankheitsverständnis des Kindes, seine Möglichkeiten und Grenzen bei der Therapie sowie die Risiken durch Über- oder Unterforderung. Es folgt die Darstellung verschiedener Erziehungsstile und Daten zur Effektivität bei Typ 1 Diabetes. Zum Fokus des Seminars stehen die theoretische Einführung in die Programminhalte von DELFIN und die praktische Gestaltung der sechs Kurstermine mit den Eltern. Hier werden die Übungen, die mit den Eltern durchgeführt werden sollen, exemplarisch mit den Seminarteilnehmenden geübt.

Take-Aways:
Die Teilnehmenden verstehen die diabetesspezifischen Herausforderungen von Eltern bei der Erziehung eines betroffenen Kindes; sie können Eltern evidenzbasiert bei typischen Erziehungsproblemen beraten und praktisch unterstützen; sie sind in der Lage, kritische Situationen mit den Eltern strukturiert zu analysieren und praktisch hilfreiche Problemlösungen zu entwickeln; sie können die Entwicklung eines Kindes mit Diabetes allgemein fördern, ohne ständig den Diabetes des Kindes in den Mittelpunkt zu rücken.

Leitung

  • Dipl.-Psych. Prof.in Dr.in Karin Lange

Hinweis

Das Seminar richtet sich an Klinische und GesundheitspsychologInnen, PsychotherapeutInnen, aber auch an Mitglieder von pädiatrischen Diabetesteams (z. B. Diabetesberater, Sozialarbeiter), die betroffene Familien im Rahmen einer Langzeittherapie, während eines Reha-Aufenthaltes oder individuell therapeutisch begleiten. Dieses Seminar ist im Curriculum Kinder-, Jugend-, Familienpsychologie für den Bereich III anrechenbar.

Prof. Dr. Karin Lange
Fachpsychologin Diabetes DDG, seit 01.04.2005 Leiterin der Forschungs- und Lehreinheit Medizinische Psychologie an der Medizinischen Hochschule Hannover, Forschnungsschwerpunkte:

  • Entwicklung, Evaluation und Implementierung von Diabetesschulungs- und Behandlungsprogrammen (Vorschulkinder, Schulkinder, Jugendliche, Eltern; Erziehungstraining für Eltern, Schulung zu frühen Formen des Typ-1-Diabetes, Schulungsprogramm SPECTRUM zu rtCGM)
  • Forschung zu psychologischen Aspekten chronischer Krankheit (Lebensqualität, Bewältigung, Akzeptanz, Therapieadhärenz, psychosoziale und ökonomische Langzeitfolgen, diabetes-spezifische psychologische Belastungen und Störungen u.v.m weitere Informationen zur Referentin