Vergeben und vergessen...passt nicht. Was dann? Variantenreiche Unterstützung von Menschen mit Opfergefühlen und Verbitterung.

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Freie Plätze vorhanden

Mi 05.10.2022, 09:00–17:00

Wien
Nr. S-01-11-1033-1

8 Einheiten
€ 199,50 mit BÖP-Mitgliedschaft
€ 245,50 ohne BÖP-Mitgliedschaft

Ansprechperson
Tamara Akdil

Ziel

Objektiv bestätigbare oder eher irrationale "Opfergefühle", also diese psychisch stark belastende Mischung aus Ungerechtigkeitserleben und Schädigung, aus Hilflosigkeit, (ohnmächtigem) Zorn, Trauer, Scham und/oder Angst finden sich bei vielen Fragestellungen und Symptomen in unterschiedlichster Intensität. Ausgelöst durch Traumatisierung, nach ungerechter Behandlung durch die Familie, von Vorgesetzten oder im Team, löst es punktuell nach dem Ereignis oder als Lebensthema immer Hochstress aus und verändert die Beziehungsdynamik. Eskalierte Konflikte, sei es in strittigen Eltern- bzw. Erwachsenenbeziehungen, bei Gewalt oder bei Mobbing, sind in der Regel sogar dominiert vom Kampf um die größere Opferposition bzw. gegen die Übernahme von Schuld(gefühlen). Im Glasl'schen Abgrund von Krieg und Vernichtung landen wir, wenn Rache mit dem Ziel, eine Art von "Gerechtigkeit im Leiden" herzustellen, als einzige Möglichkeit übrig zu bleiben scheint, um sich endlich nicht mehr als Opfer zu fühlen. Manchmal kann dieses Gefühl sogar alle Lebensbereiche infizieren, chronisch werden und in der Verbitterung münden.

Nach einer Beschreibung der emotionalen Logik, also den verständlichen Ursachen und der guten Absicht dieser komplexen Emotion wird das Seminar Antworten auf die Frage geben, durch welche Interventionen wir Betroffene dabei unterstützen können, aus der viel zitierten Opferfalle auszusteigen und das belastende Gefühl hinter sich zu lassen. Neben den allseits bekannten Wegen wie z.B. "Verzeihen" oder "Wiedergutmachung" widmen wir uns auch originellen Loslösungsstrategien und wie diese in konkreten Beratungs- und Behandlungsprozessen vorgeschlagen und umgesetzt werden können.

Inhalt

  • Psychologisches Hintergrundwissen um die Dynamik des "Opfergefühls" nach Unrecht, Traumatisierung, in Konflikten und als Persönlichkeitsmerkmal.
  • Wissen um mögliche Auswege und dazugehörige Interventionen in Beratung und Behandlung.
  • Sofortiger Transfer in die Praxis, weil die Interventionen anhand der konkreten Fragen der Teilnehmenden demonstriert und eingeübt werden.
  • Die Bedeutung von Selbstreflexion und Abgrenzung gegen automatische Übernahme von Erwartungen (Stichwort Drama-Dreieck) wahrnehmen und umsetzen können.

Zielgruppen

  • PsychologInnen
  • Klinische PsychologInnen
  • GesundheitspsychologInnen
  • PsychotherapeutInnen

ReferentInnen

Hinweis

Literaturangaben:
A. Retzer: "Systemische Paartherapie: Konzepte - Methode - Praxis" 2017
F. Glasl: "Konfliktmanagement: Ein Handbuch für Führung, Beratung und Mediation" 2020
H. Kernstock-Redl: "Schuldgefühle"


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