HYBRID: Einführung in die Diagnostik und Behandlung exekutiver Dysfunktionen

Außerhalb des Buchungszeitraums, bei Interesse wenden Sie sich bitte an untenstehende Ansprechperson

Fr 28.04.2023, 09:00–16:15

Wien
Nr. S-01-20-0108-1

8 Einheiten
€ 160,- mit BÖP-Mitgliedschaft
€ 192,- ohne BÖP-Mitgliedschaft
€ 160,- mit GNPÖ-Mitgliedschaft

Ansprechperson
Gesellschaft für Neuropsychologie Österreich (GNPÖ)

Ziel

Ziel des ersten Teils dieses Seminares ist Kompetenzen im Bereich der neuropsychologischen Diagnostik zu erwerben. Neben dem neuropsychologischen Assessment, geht es in dem Workshop um eine entsprechende Anamnese, systematische Verhaltensbeobachtung und die Gegenüberstellung von Fremd- und Selbstbeobachtung.
Ziel des zweiten Teils dieses Seminares ist es die Bandbreite aller Therapieansätze, die zur Behandlung exekutiver Dysfunktionen zur Verfügung stehen kennenzulernen: von kognitiv übenden Verfahren über den Einsatz externer Reize bis hin zu Therapieansätzen des Verhaltensmanagements. Weiterhin finden aktuelle Entwicklungen wie Impulskontrolle /Selbstregulation, die Realisierungen von Virtual Reality oder Serious Games oder pharmakologische Ansätze Berücksichtigung.

Inhalt

Störungen der Exekutivfunktionen werden im klinischen Setting häufig übersehen und in Anbetracht ihrer Komplexität in neuropsychologischen Therapieansätzen nur unzureichend berücksichtigt. Die Therapie von Patienten mit Störungen der exekutiven Funktionen spielt eine entscheidende Rolle für einen erfolgreichen Abschluss der Rehabilitation, gemessen an Selbständigkeit im Alltag, beruflicher Wiedereingliederung und sozialer Integration. Sie treten meist erst in komplexen Situationen des täglichen Lebens in Erscheinung. Deshalb ist gerade in diesem Funktionsbereich eine detaillierte Diagnostik und darauf aufbauend ein individuelles Therapieprogramm für den Rehabilitationserfolg wichtig.
Basierend auf der aktuellen AWMF Leitlinie wird die Bandbreite der diagnostischen Instrumente vorgestellt und deren Stärken und Schwächen diskutiert. Die Verhaltensbeobachtung des Patienten und die umfassende Befragung der Angehörigen sind bei exekutiven Dysfunktionen zentrale Bestandteile der neuropsychologischen Untersuchung. Dabei wird Bezug genommen auf die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) (WHO, 2005). Neben klassischen neuropsychologischen Testverfahren und Testbatterien aus dem deutsch- und englischsprachigen Bereich werden verschiedene international verfügbare Selbst- und Fremdbeurteilungsskalen vorgestellt.
Exekutive Dysfunktionen können sich sehr unterschiedlich, teilweise sogar in Form gegensätzlicher Verhaltenstendenzen, präsentieren, sodass die Art der Intervention durch die spezifischen Symptome bestimmt wird: z.B. kognitiv übende Verfahren zum Arbeitsgedächtnis, zum planerischen Denken oder zum Problemlösen. Für Patienten, bei denen Verhaltensauffälligkeiten im Vordergrund stehen, haben sich Verhaltensmanagement-ansätze als wirkungsvoll erwiesen, insbesondere die Methode des Goal Management Training (GMT). Im Seminar wird die Bandbreite der vorhandenen Behandlungsansätze vorgestellt und der Frage nachgegangen, welche Behandlungsansätze für welche Patientengruppen zu empfehlen sind.

Zielgruppen

  • PsychologInnen
  • Klinische PsychologInnen

ReferentInnen

  • Prof.in Dr.in Sandra Verena Müller

Hinweis

Anrechenbar auf das Curriculum
2.1 Neuropsychologische Testverfahren (4 UE)
3.1 Erarbeitung eines Behandlungskonzepts (2 UE)
3.2 Neuropsychologische Trainingsverfahren und Therapie (2 UE)

Literaturempfehlungen
Krasny-Pacini A, Chevignard M, Evans J (2014) Goal Management Training for rehabilitation
of executive functions: a systematic review of effectiveness in patients with acquired brain
injury. Disabil Rehabil 36:105-116. doi:10.3109/09638288.2013.777807
Müller, SV & Klein, T (2020). Kurzfassung der S2e-Leitlinie "Diagnostik und Therapie von
exekutiven Dysfunktionen bei neurologischen Erkrankungen" (AWMF-030/125). Zeitschrift
für Neuropsychologie, 31, 135-148.
Müller, SV (2016). Therapiemöglichkeiten bei exekutiver Dysfunktion. Fortschritte in
Neurologie und Psychiatrie, 84, 542-549.
Müller, SV (2013). Fortschritte der Neuropsychologie: Störungen der Exekutivfunktionen.
Göttingen: Hogrefe.
Weicker J, Hudl N, Hildebrandt H, Obrig H, Schwarzer M, Villringer A, Thöne-Otto A (2020).
The effect of high vs. low intensity neuropsychological treatment on working memory in
patients with acquired brain injury. Brain Inj, 34(8), 1051-1060.


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